Brandschutz

Das Ausbildungsprogramm des Brandschutzforums Austria erfolgt im Bereich des Brandschutzes in erster Linie nach den Vorgaben der Technischen Richtlinie Vorbeugender Brandschutz 117 (TRVB 117 O) in der geltenden Fassung.

Brandschutzorgane

In der TRVB 117 O werden folgende Brandschutzorgane in Betrieben festgelegt:

Darüber hinaus stellen Betriebsfeuerwehren (BTF) die stärkste Organisationsform des Betriebsbrandschutzes dar. Sie sind Einrichtungen des Betriebes und in den jeweiligen Bezirksfeuerwehrverband integriert.

Modularer Aufbau

Nach der TRVB 117 O ist die Ausbildung modular aufgebaut. Sie gliedert sich in eine

  • Grundausbildung (Kurse)
  • Erweiterte Ausbildung (Seminare) und
  • Fortbildung (Work Shops etc.).

Kurse schließen mit einer Erfolgskontrolle ab. Für alle Veranstaltungen wird ein Zeugnis ausgestellt.

Grundausbildung

Das Modul 1 ist von allen Brandschutzorganen zu absolvieren. Es behandelt die wichtigsten Grundlagen des Betriebsbrandschutzes (inklusive Eigenkontrolle und brandgefährliche Tätigkeiten), der Brandgefahren und des richtigen Verhaltens im Brandfall. Daneben wird das Thema „Brennen und Löschen“ in Theorie und Praxis ausführlich behandelt.

Das zweitägige Modul 2 ist nur von Brandschutzbeauftragten zu absolvieren und behandelt im Wesentlichen den Themenkreis des Vorbeugenden Brandschutzes. Neben den einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen wird vor allem der bauliche, technische und organisatorische Brandschutz umfassend behandelt.

Das Modul 3 stellt eine abgespeckte Form des Moduls 2 (Ausbildungsdauer: 1 Tag) dar. Es dient der Ausbildung von Brandschutzgruppen nach dem Modul 1.

Fortbildungsseminare:

Erweiterte Ausbildung (Nutzungsbezogene Seminare)

Sie dienen der Fortbildung von Brandschutzorganen auf dem Gebiet des Brandschutzes bei verschiedenen Nutzungen und können von allen interessierten Personen besucht werden. Man unterscheidet:

  • N1 A: Betriebe mit besonderer Personengefährdung, wie Hotel und Gastgewerbe, Veranstaltungsstätten und Verkaufsstätten.
  • N1 B: Betriebe mit besonderer Personengefährdung, wie Schulen, Universitäten, Kindergärten, Bürogebäude, Hochhäuser und Wohnhausanlagen.
  • Anmerkung: Zur besseren betriebsspezifischen Ausbildung wurden zwei gesonderte Seminare geschaffen.
  • N2: Betriebe mit erhöhter Brandgefahr, wie Gewerbe- und Industrieanlagen, Holz-, Papier- und Kunststoffverarbeitende Betriebe etc.
  • N3: Betriebe mit besonderen Gefährdungen, wie Krankenhäuser, Pflegeheime, Strafvollzuganstalten etc.
  • N4: Betriebe mit besonders schutzwürdigen Einrichtungen, wie Historische Bauten, EDV-Räume, Seilbahnen, Tunnelanlagen etc.

Erweiterte Ausbildung (Brandschutztechnikseminare)

Sie dienen der Aus- und Weiterbildung von Brandschutzorganen auf dem Gebiete der verschiedenen Brandschutzeinrichtungen. Es gibt Brandschutztechnikseminare (T1 bis T4) für

  • T1: Brandmeldeanlagen (BMA),
  • T2: Sprinkler- bzw. EAL-Anlagen (SPA),
  • T3: Rauch- und Wärmeabzugsanlagen (RWA) und
  • T4: Gaslöschanlagen (GLA).

Sonstige Fortbildungsseminare

Für die Fortbildung von Brandschutzbeauftragten und sonstigen im Brandschutz tätigen Personen und Führungskräften werden vom Brandschutzforum Austria regelmäßig Fortbildungsseminare durchgeführt. Als Fortbildungsveranstaltung gelten auch das so genannte Aprilsymposion und die BFA Brandschutztage. Zur Vertiefung des Wissens werden auch verschiedenste Sonderseminare angeboten.

 

Regelung für die "Fortbildung für BSB" und die "Fortbildung für BSW" durch das Brandschutzforum Austria, gültig ab 01.02.2014

Diese Regelung als

Die Fortbildung von Brandschutzbeauftragten und Brandschutzwarten ist in der Ausbildungsrichtlinie TRVB 117 O längstens alle 5 Jahre vorgesehen. Das Brandschutzforum Austria hat sich mit dem Thema der Fortbildung intensiv beschäftigt und erachtet die im Folgenden gestalteten Regelungen als zielführend:

1. Fortbildung für Brandschutzbeauftragte (BSB):

In Abständen von längstens fünf Jahren ist von Brandschutzbeauftragten zumindest eine Fortbildungsveranstaltung zu besuchen. Als Fortbildungsseminare für Brandschutzbe-auftragte werden vom Brandschutzforum Austria derzeit folgende Seminare empfohlen und angeboten:

  1. das als "Fortbildungsseminar für BSB" in der Brandschutzfibel des BFA angebotene Tagesseminar, das die Mindestunterrichtszeit von 360 Minuten erfüllt und geeignete Inhalte über Neuerungen der vergangenen 5 Jahre beinhaltet,
  2. das Hauptseminar des einmal im Jahr stattfindenden Aprilsymposions sowie,
  3. die für den Betriebsbrandschutz maßgeblichen und als solche ausgewiesenen Spezialseminare beim Aprilsymposion parallel zum Hauptseminar,
  4. die jährlich stattfindenden Brandschutztage (praxisorientierte Spezialseminare),
  5. Jour-Fixes auf dem Gebiet des betrieblichen oder vorbeugenden Brandschutzes, wenn diese innerhalb von 5 Jahren in einem nachweisbaren Ausmaß von in Summe mindestens 360 Minuten (mindestens 3 mal 120 Minuten) besucht wurden (die Eintragung als „Fortbildungsseminar“ in den Brandschutzpass erfolgt durch jene Ausbildungsinstitution, bei welcher zumindest die erforderlichen 360 Minuten erfüllt wurden; die Ausbildungsbestätigungen der anzurechnenden Zeiten müssen vorgelegt werden).

2. Fortbildung für Brandschutzwarte/Innen (BSW):

In Abständen von längstens fünf Jahren müssen auch Brandschutzwarte/Innen eine Fortbildung absolvieren. Als Fortbildungsseminare für Brandschutzwarte/innen werden vom Brandschutzforum Austria derzeit folgende Seminare empfohlen und angeboten:

  1. vorzugsweise eines oben aufgeführten Seminare nach 1.a. bis 1.d.,
  2. ein eigens für Brandschutzwarte entwickeltes und ab 2015 angebotenes "Sonder- und Fortbildungsseminar für BSW" mit höherem Praxisanteil sowie den Schwerpunkten Eigenkontrolle und Freigabe feuergefährlicher Tätigkeiten
  3. die zukünftig als "Fortbildungsseminar für BSW" ab 2015 in der Brandschutzfibel des BFA als solche gekennzeichneten Sonderseminare, wie beispielsweise:
    1. Gruselkabinett des Brandschutzes,
    2. Feuer- und Heißarbeiten (Schweißerwachen),
    3. rennbare Flüssigkeiten und gefährliche Gase,
    4. Notbeleuchtung und Kennzeichnung,
    5. Brandschutz-Eigenkontrolle (I und/oder II),
  4. Nutzungsbezogene Seminare N1, N2, N3, N4,
  5. Technikseminare T1 (BMA), T2 (SPA), T3 (RWA), T4 (GLA),

 

Ausbildungsschema nach TRVB 117 O

 

Brandschutz

 

Organ/
Fuktion

 

Grundausbildung

(Kurse)

Erweiterte Ausbildung Fortbildung

Modul 1

Modul 2

Modul 3

Nutzungsbe-zogenes Seminar

Brandschutz-technikseminar(e)

Seminare nach TRVB 117 O

BSW x - - - - x3
BSB x x - x2 x2 x1
BSG x - x - - x3
IVD x - - x4 - -

x1 Längstens fünf Jahre nach abgeschlossener Grundausbildung;

x2 Nutzungsbezogene Seminare und Brandschutztechnikseminare sind innerhalb von 2 Jahren nach der Grundausbildung verpflichtend.

x3 Fortbildung (innerbetrieblich durch BSB unter bestimmten Voraussetzungen möglich bei geeigneten Aufzeichnungen), empfohlen nach längstens 5 Jahren;

x4 Besuch des Brandschutztechnikseminars T1 Brandmeldeanlagen (empfohlen für alle IVD);

3. Zusätzliche Hinweise:

  1. Diese im BFA ab dem angegebenen Datum eingeführten Regelungen stellen die Weiterbildungserfordernisse nach dem Verständnis der Ausbildungsleiter des Brandschutzforums Austria optimal sicher und präzisieren die Schulungsvorgaben nach den Inhalten der TRVB 117 O.
  2. Auch, wenn von jemandem aktuell nicht die Funktion des BSB wahrgenommen wird, gilt die Passeintragung, als solcher ausgebildet zu sein, womit dann zur Verlängerung der Gültigkeit des Brandschutzpasses die Bedingungen zur Fortbildung für BSB eingehalten werden müssen. Ist die Gültigkeit des Brandschutzpasses abgelaufen, so kann nur noch die Funktion des Brandschutzwarts nach TRVB 119 O anerkannt werden (Modul1).
  3. Die Erkennbarkeit (Kennzeichnung) der jeweils anerkannten Fortbildung soll/wird durch einen "TRVB-Code" in der Brandschutzfibel voraussichtlich ab 2015 erfolgen (Vorschlag im Anschluss an diese Informationsunterlage).
  4. Innerbetriebliche Fortbildungen für Brandschutzwarte (BSW) werden unter folgenden Bedingungen und unter Vorlage diverser Nachweise gerne durch das Brandschutzforum Austria geprüft und im Brandschutzpass nachgetragen:
    1. Nachweis in Form von Skriptum, Schulungsunterlagen, Handouts aus denen die Inhalte und der Umfang der .......Schulungen/Jour-Fixes hervorgehen,
    2. Nachweis über die jeweiligen Unterrichtszeiten (360 Minuten oder mind. 3x 120 Minuten) sowie
    3. Das Datum der innerbetrieblichen Fortbildung (wichtig für die Eintragung im Brandschutzpass),
    4. Nachweis über die Teilnahme (Unterschrift),
    5. Nachweis über die Befähigung des Ausbildners, der die Schulungen durchgeführt hat (z.B. aufrechte Gültigkeit des ........Brandschutzpasses als BSB oder Nachweis als akkreditierter Ausbildungsleiter nach TRVB 117 O),
  5. Die dem BFA vorgelegten Unterlagen über innerbetriebliche Fortbildungen von Brandschutzwarten werden sorgfältig geprüft. Das BFA nimmt bei Übereinstimmung der Schulungsinhalte mit den Vorgaben der TRVB 117 O die Passeintragungen vor, wenn der Inhalt der innerbetrieblichen Schulung für die Fortbildung von BSW geeignet ist. Diese Vorgangsweise stützt sich auf eine konkrete Mitteilung durch den TRVB-Ausschuss und die Vorgaben aus der TRVB 117 O. Das Brandschutzforum Austria verrechnet für den entstehenden Aufwand
    1. € 250,- (zzgl. 20 % USt) für die Prüfung der Unterlagen (unabhängig vom Prüfergebnis) pro Unterweisungsdatum,
    2. € 5,- (zzgl. 20 % USt) pro Passeintragung.

 

4. Auszug aus der TRVB 117 O - wichtig für die Gültigkeit der Ausbildung und die Fortbildung

3.3 Fortbildungsseminare

3.3.1 In Abständen von längstens fünf Jahren ist von Brandschutzbeauftragten zumindest eine Fortbildungsveranstaltung zu besuchen. Als Fortbildungsseminare gelten:

3.3.1.1 Nutzungsbezogene Seminare

Diese sind auf spezielle Eigenheiten und Gefährdungen der unterschiedlichen Betriebsarten abzustimmen und müssen eine Mindestunterrichtszeit von 360 Minuten aufweisen.

    • N1 Betriebe mit besonderer Personengefährdung wie Hotels, Schulen, Universitäten, Bürogebäude, Veranstaltungsstätten, Wohnhausanlagen, Verkaufsstätten, Hochhäuser
    • N2 Betriebe mit erhöhter Brandgefahr wie Gewerbe- und Industrieanlagen, Holz- und Papier-verarbeitende Betriebe
    • N3 Betriebe mit besonderen Gefährdungen wie Krankenhäuser, Pflegeheime, Strafvollzugsanstalten (Ausbildung vorzugsweise vor Ort)
    • N4 Betriebe mit besonders schutzwürdigen Einrichtungen wie Historische Bauten, EDV Räume (Ausbildung vorzugsweise vor Ort)

 3.3.1.2 Sonstige Fortbildungsseminare mit einer Mindestdauer von 360 Minuten oder

3.3.1.3 Jour-Fixes auf dem Gebiet des betrieblichen oder vorbeugenden Brandschutzes, wenn diese innerhalb von 5 Jahren in einem Ausmaß von in Summe mindestens 360 Minuten (mindestens 3 mal 120 Minuten) besucht werden.

3.3.2 In Fortbildungsseminaren sind auch Informationen über Änderungen von Gesetzen und technischen Regeln innerhalb der letzten 5 Jahre zu vermitteln. Dafür ist mindestens 1 Stunde Zeit einzuplanen.

3.3.3 Es gelten nur solche Veranstaltungen als Fortbildungsseminare oder Jour Fixes im Sinne dieser Richtlinie, welche verantwortlich von einer anerkann ten Ausbildungsinstitution durchgeführt werden.

3.3.4 Die Bestätigung des Besuches eines Fortbildungsseminars mit der gleichzeitigen Verlängerung des gültigen Brandschutzpasses erfolgt durch die veranstaltende Ausbildungsinstitution.

3.3.4.1 Die Verlängerung kann nur eingetragen werden, wenn die Veranstaltung innerhalb der unter Punkt 3.3.1 festgelegten Frist von 5 Jahren erfolgt – andernfalls ist nur der Besuch der Veranstaltung zu bestätigen.

3.3.5 Bei Jour-Fixe Veranstaltungen kann die Verlängerung des Brandschutzpasses erst nach Besuch von Jour-Fixes im Ausmaß von mindestens 360 Minuten erfolgen. Die Eintragung als „Fortbildungsseminar“ in dem Brandschutzpass erfolgt durch jene Ausbildungsinstitution, bei welcher zumindest die erforderlichen 360 Minuten erfüllt werden. Die Ausbildungsbestätigungen der anzurechnenden Zeiten sind vorzulegen.

3.3.6 Die Fortbildung von Brandschutzwarten und Mitgliedern von Brandschutzgruppen hat innerhalb von 5 Jahren zumindest innerbetrieblich durch den Brandschutzbeauftragten zu erfolgen. Über die Zeit und den Inhalt der Ausbildung sind Aufzeichnungen zu führen. Die Fortbildung von BSW und BSG durch Ausbildungsinstitutionen mit Eintragung im Brandschutzpass ist nicht verpflichtend. (siehe auch Punkt 5.6.1)

3.3.6.1 Sofern für BSW eine freiwillige Verlängerung des Brandschutzpasses durch eine Ausbildungsinstitution angestrebt wird, ist ein Fortbildungsseminar zu besuchen. Mit dem Besuch eines Fortbildungsseminars verlängert sich die Gültigkeit des Brandschutzpasses jedenfalls um weitere 5 Jahre.

5.4 Wird vom Brandschutzbeauftragten innerhalb von 5 Jahren kein zur Verlängerung erforderliches Seminar besucht, erlischt die Gültigkeit des Brandschutzpasses und der Brandschutzbeauftragte erfüllt nicht mehr die Voraussetzungen für die Tätigkeit eines Brandschutzbeauftragten im Sinne der TRVB 119 O. Die erforderlichen Voraussetzungen gemäß TRVB 119 O können durch Besuch des Moduls 2 und Besuch der erforderlichen Brandschutztechnik- und Nutzungsseminare wieder erfüllt werden. Das Modul 1 ist in diesem Fall nicht mehr erforderlich, es genügt die abgelaufene Ausbildung.

5.6.1 Freiwillige Eintragungen innerbetrieblicher Fortbildungen der BSW sind nach Vorlage der Schulungsunterlagen inklusive Teilnahmebestätigung durch den BSB und deren Beurteilung durch eine anerkannte Ausbildungsinstitution durchzuführen.

5.7 Eintragungen im Brandschutzpass dürfen nur von einer anerkannten Ausbildungsinstitution vorgenommen werden. Es dürfen nur solche Eintragungen vorgenommen werden, die sich auf Veranstaltungen gemäß TRVB 117 O beziehen, oder von der Ausbildungsinstitution als gleichwertig anerkannt wurden.

 

BSB Werdegang als Folie

Nachweis der Ausbildung

Die TeilnehmerInnen erhalten nach absolvierten Kursen, Seminaren und Sonderseminaren ein Zeugnis bzw. eine Bestätigung. Weiters wird die Teilnahme in den Brandschutzpass eingetragen. Der Brandschutzpass ist in allen Bundesländern gültig. Für BSW; BSB und Mitglieder von BSG ist die Gültigkeitsdauer des Brandschutzpasses mit 5 Jahren begrenzt. Dieser Ausweis ist in erster Linie für die Vorlage im Rahmen von behördlichen Überprüfungen vorgesehen und wird im Zuge der Veranstaltungen persönlich überreicht. Anmerkung: Zur Ausstellung dieses Brandschutzpasses wird ein aktuelles, lichtbildtaugliches Passfoto benötigt.

Musterpass als Folie

Ausbildung in der Ersten Löschhilfe und bei Acetylengasflaschenbränden

Im ArbeitnehmerInnenschutzgesetz ist eine periodische Schulung des Betriebspersonals in der Ersten Löschhilfe (EL) vorgesehen. Das Brandschutzforum Austria bietet diese Ausbildung für alle Betriebe auch vor Ort an.

Neu: Für alle Feuerwehren und Betriebe, in welchen Acetylengasflaschen verwendet werden, führen wir ab sofort auch eine einschlägige Spezialschulung bei unseren Seminaren in Graz und auch in Ihrer Firma durch.